Stadt Ehingen

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Ausstellungseröffnung

Sonntag, 7. Juni - 11 Uhr – Einführung in die Ausstellung „animal transition“ mit Marco Hompes,

                                              Leiter der Villa Rot

                               15 Uhr – Vortrag der Einführung von Marco Hompes durch Anne Linder,

                                              Kuratorin der Ausstellung

Der neuesten Corona-Verordnung für Veranstaltungen folgend, dürfen Veranstaltungen mit unter 100 Teilnehmern unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln wieder stattfinden. Da die räumliche Situation in der Galerie max. 30 Personen gleichzeitig zu den o.g. Veranstaltungen zulässt, möchten wir Sie bitten, sich frühzeitig anzumelden: galerie@ehingen.de

Dana Meyer und Hartmut Kiewert

 

animal transition

7. Juni - 16. August

 

 

Schweine im Wohnzimmer und Stahl mit Seele

– zwei junge Leibziger Künstler in der Städtischen Galerie Ehingen

In Hartmut Kiewerts großformatigen Panoramen streifen Kühe und Schweine entspannt durch unsere Einkaufszonen, hängen mit Leuten aus der alternativen Szene beim Picknick vor zerfallenen Industrieanlagen ab und räkeln sich auf dem Teppich eines bürgerlichen Wohnzimmers. Mit Einfühlung und Humor gibt Kiewert „Nutztieren“ ihre Daseinsfreude, Persönlichkeit und Würde zurück. Besonders berührt werden die Betrachter durch eine Porträtserie von Isabel, Traudel und anderen Kühen, die auf einem "Gnadenhof" ihre letzten Lebensjahre genießen dürfen. Diese Gemälde entführen uns in eine paradiesische Utopie und Gegenwelt zur grausamen Realität der Fleischindustrie, die gerade wieder aktuell mit der Corona-Krise in den Fokus gerückt ist. Für billiges Fleisch dulden wir ein brutales Ausbeutungssystem mit Arbeitssklaven aus Osteuropa und Tieren als lebendige Milch- und Fleischmaschinen.

Gefährlich und aggressiv wirkt es, wenn Dana Meyer freihändig mit dem Schneidbrenner die Detailformen ihrer Tiere und Menschen aus dem Stahl schneidet, sie mit wuchtigen Hammerschlägen rundet und schließlich zu lebensgroßen Figuren zusammenschweißt. Voller Kraft wölben sich die Muskeln, doch zugleich wirken die Körper verletzt und aufgerissen. Die Werke ergreifen durch ihre emotionale Intensität. Mit präziser Beobachtungsgabe und Intuition erfasst die Künstlerin in Momentaufnahmen die ausdrucksstärksten Bewegungen, setzt sie in plastische Spannung um, in ein Spiel aus Licht und Schatten und lässt sie so vor innerem Leben vibrieren. Stahlplastiken sind eigentlich eine Domäne abstrakter Künstler. Hier nimmt Dana Meyer eine Sonderposition ein. Sie schafft es, den Stahl zu beseelen, indem sie sich hineinfühlt in die Stiere, Pferde, Füchse, Rehe, die ihre Welt bevölkern. Oft vertauscht sie die Rollen: Ein Jäger wird von Füchsen gejagt, ein Mann schleppt ein Pferd, Schweine verhalten sich sehr menschlich. In diesem Werk verbinden sich Gegensätze zu etwas Neuem: Mensch und Tier, Kraft und Verletzlichkeit, Schönheit und Erschreckendes.

Beide Leibziger Künstler verkörpern in herausragender Weise, was die Kunst aus dieser Stadt international berühmt gemacht hat: Ausdrucksvoller Realismus und handwerkliche Meisterschaft in Verbindung mit frischen Ideen und einem kritischen Blick auf unsere Welt.